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Rentenlücke schließen: Strategien für deine Altersvorsorge

Die Rentenlücke ist die Differenz zwischen dem Geld, das du im Alter brauchst, und dem, was die gesetzliche Rente tatsächlich zahlt. Weil das Rentenniveau bei rund 48 % des Durchschnittsentgelts liegt, klafft für die meisten eine spürbare Lücke. Schließen lässt sie sich durch frühes, regelmäßiges Sparen — über ETF-Sparpläne, geförderte Verträge wie Riester und die betriebliche Altersvorsorge. Hier erfährst du, welcher Weg zu dir passt.

Stand: Juli 2026 Rentenniveau ~48 % Keine Anlageberatung
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Direkt beantwortet

Die Rentenlücke ist der Betrag, der dir im Ruhestand pro Monat zwischen deinem Bedarf und deinen gesetzlichen Renteneinkünften fehlt. Schließen lässt sie sich, indem du diese Lücke zunächst berechnest und dann mit einer passenden Sparrate über eine private Altersvorsorge auffüllst — je früher, desto günstiger, weil der Zinseszins länger arbeitet. Bewährt sind breit gestreute ETF-Sparpläne sowie geförderte Wege wie Riester und die betriebliche Altersvorsorge (bAV).

Was ist die Rentenlücke und warum entsteht sie?

Die gesetzliche Rente ersetzt nur einen Teil deines letzten Einkommens. Das sogenannte Sicherungsniveau liegt bei rund 48 % des Durchschnittsentgelts — dein persönliches Netto im Alter fällt oft noch niedriger aus, weil Kranken- und Pflegeversicherung sowie ggf. Steuern abgehen.

Gleichzeitig bleiben viele Ausgaben im Ruhestand bestehen. Die Differenz zwischen dem, was du brauchst, und dem, was die Rente zahlt, ist deine Versorgungs- oder Rentenlücke. Zusätzlich zehrt die Inflation über die Jahre an der Kaufkraft.

PositionBeispiel (mtl.)
Benötigtes Einkommen im Alter (~80 % vom Netto)2.240 €
Voraussichtliche gesetzliche Nettorente1.400 €
Weitere Einkünfte (bAV, Betriebsrente)150 €
Rentenlücke690 €
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Wie berechne ich meine Rentenlücke?

In drei Schritten: Erstens den Bedarf im Alter schätzen (Faustregel: rund 80 % deines heutigen Nettos). Zweitens die voraussichtliche gesetzliche Rente aus deiner jährlichen Renteninformation ablesen. Drittens die Differenz bilden — das ist deine monatliche Lücke.

Danach folgt der wichtigere Teil: Welche Sparrate schließt diese Lücke bis zum Rentenbeginn? Das hängt von deinem Alter, der erwarteten Rendite und der Inflation ab. Genau das rechnet dir der Rentenlücke-Rechner aus.

Lücke & Sparrate berechnen: Der Rentenlücke-Rechner ermittelt Bedarf, Deckung, Lücke und die nötige monatliche Sparrate — inklusive Inflation und Rendite.
Renteninformation nutzen: Die Deutsche Rentenversicherung schickt dir ab 27 Jahren jährlich eine Renteninformation mit deiner voraussichtlichen Rente — die beste Grundlage für die Rechnung.
Faustformel: Rentenlücke = (rund 80 % deines heutigen Nettos) − (voraussichtliche Nettorente + sonstige Alterseinkünfte). Den fehlenden Betrag musst du über eigene Vorsorge aufbauen.

Mit welchen Wegen kann ich die Rentenlücke schließen?

Es gibt nicht den einen richtigen Weg, sondern eine Kombination aus flexibler Eigenvorsorge und geförderten Verträgen. Entscheidend sind deine Situation, der Zeithorizont und wie viel Flexibilität du brauchst.

WegVorteilZu beachten
ETF-Sparplanflexibel, günstig, hohe RenditechanceKursrisiko, langer Horizont nötig
Betriebliche Altersvorsorge (bAV)Steuer-/SV-Ersparnis, oft AG-Zuschussan Arbeitgeber gebunden
Riester-RenteZulagen & Steuervorteil, v. a. mit KindernKosten, wenig flexibel
Private Rentenversicherunglebenslange Rente, planbaroft hohe Kosten, geringere Rendite
Immobilie (mietfrei wohnen)Sachwert, spart Miete im Alterhoher Kapitaleinsatz, Klumpenrisiko
Flexibel starten: Für die meisten ist ein ETF-Sparplan die kostengünstige Basis. Geförderte Wege wie Riester oder die bAV ergänzen ihn je nach Lebenslage.
Förderung mitnehmen: Riester lohnt sich vor allem mit Kindern (Zulagen); die bAV punktet durch Steuer- und Sozialabgabenersparnis und häufig einen Arbeitgeberzuschuss.
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Wie schließe ich die Lücke je nach Alter?

Je früher du beginnst, desto kleiner ist die nötige Sparrate — der Zinseszins übernimmt einen großen Teil der Arbeit. Aber auch mit 50 lohnt sich der Start noch; dann verschiebt sich der Fokus etwas in Richtung Sicherheit.

EinstiegsalterFokusNötige Sparrate für 690 € Lücke*
25–35 Jahrerenditeorientiert (Aktien-ETF)gering
35–50 JahreMix aus Rendite & Förderungmittel
ab 50 Jahrezunehmend Sicherheit, Sonderzahlungenhöher
*Illustrativ, keine feste Zahl. Die konkrete Sparrate für deine Lücke, dein Alter und deine Renditeannahme berechnet der Rentenlücke-Rechner. Grundregel: früh anfangen, stur durchhalten, Rate mit dem Einkommen erhöhen.

In welcher Reihenfolge gehe ich vor?

Ein klarer Fahrplan macht die Altersvorsorge überschaubar. Diese Reihenfolge hat sich bewährt.

Bedarf & Lücke ermitteln

Heutiges Netto, gewünschtes Alterseinkommen und die voraussichtliche Rente gegenüberstellen — mit dem Rentenlücke-Rechner.

Notgroschen sichern

Vor dem langfristigen Sparen die Notfallreserve aufbauen, damit du die Vorsorge nie vorzeitig anzapfen musst.

Förderung prüfen

Arbeitgeberzuschuss zur bAV und Riester-Zulagen (besonders mit Kindern) mitnehmen — geschenktes Geld zuerst.

ETF-Sparplan aufsetzen

Die restliche Sparrate flexibel und kostengünstig in einen breit gestreuten Welt-ETF lenken.

Jährlich anpassen

Renteninformation prüfen, Sparrate bei Gehaltserhöhungen anheben und die Anlage mit näherndem Ruhestand sicherer schichten.

Quellen & Methodik

Sicherungsniveau der gesetzlichen Rente vor Steuern rund 48 % (Rentenversicherungsbericht der Bundesregierung / SGB VI). Faustregel Bedarf im Alter ca. 80 % des letzten Nettos ist eine gängige Planungsannahme, keine gesetzliche Größe. Steuer- und Zulagenregeln zu Riester (§§ 79 ff. EStG) und bAV (§ 3 Nr. 63 EStG) in der Fassung 2026. Beispielwerte illustrativ; individuelle Ergebnisse hängen von Einkommen, Laufzeit, Rendite und Inflation ab. Allgemeine Information, keine Anlage- oder Rentenberatung.

Stand: Juli 2026 Redaktion Rechify SGB VI · § 3 Nr. 63 EStG

Häufige Fragen

Wie viel muss ich für die Rente sparen?
Das hängt von deiner Rentenlücke, deinem Alter und der erwarteten Rendite ab. Wer früh startet, braucht deutlich weniger Sparrate als jemand, der spät beginnt. Die konkrete monatliche Rate für deine Situation ermittelt der Rentenlücke-Rechner.
Ab wann sollte ich mit der Altersvorsorge anfangen?
So früh wie möglich. Je länger dein Geld angelegt ist, desto stärker wirkt der Zinseszins und desto kleiner die nötige Sparrate. Aber auch ein später Start lohnt sich — dann eben mit höherer Rate und etwas mehr Fokus auf Sicherheit.
ETF, Riester oder betriebliche Altersvorsorge — was ist besser?
Es ist selten ein Entweder-oder. Geförderte Wege wie die bAV (mit Arbeitgeberzuschuss) und Riester (vor allem mit Kindern) nimmst du mit, weil es dort staatliches oder betriebliches Geld gibt. Den flexiblen, renditeorientierten Teil deckt meist ein günstiger ETF-Sparplan ab.
Reicht die gesetzliche Rente nicht aus?
Für die meisten Menschen allein nicht. Bei einem Sicherungsniveau von rund 48 % liegt die gesetzliche Rente deutlich unter dem letzten Netto. Sie ist als Fundament gedacht und wird durch private und betriebliche Vorsorge ergänzt. Mehr dazu unter Gesetzliche vs. private Rente.

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