Brutto vs. Netto: der Unterschied einfach erklärt

Brutto ist dein vereinbartes Gehalt vor allen Abzügen, Netto der Betrag, der tatsächlich auf dem Konto landet. Dazwischen liegen Steuern und Sozialabgaben. Dieser Ratgeber stellt beide Begriffe gegenüber, zeigt an einem Beispiel, was genau dazwischen verschwindet, und nennt eine Faustregel, wie viel Netto vom Brutto übrig bleibt.

Stand: Januar 2026 mit Rechenbeispiel 2026

Auf fast jeder Stellenanzeige und in jedem Arbeitsvertrag steht ein Bruttogehalt — und genau das sorgt regelmäßig für Enttäuschung beim ersten Blick aufs Konto. Denn ausgezahlt wird das Netto, und das liegt deutlich darunter. Der Unterschied ist kein Trick, sondern die Summe aus Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen, die dein Arbeitgeber direkt abführt.

Brutto vs. Netto — der Unterschied in einem Satz

Brutto ist das Gehalt vor Abzügen, Netto das Gehalt nach Abzug von Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag, ggf. Kirchensteuer und den Beiträgen zur Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung.

Brutto und Netto gegenübergestellt

Beide Begriffe beschreiben dasselbe Gehalt — nur an unterschiedlichen Stationen auf dem Weg vom Arbeitsvertrag zum Konto:

Brutto
vor Abzügen

Das vertraglich vereinbarte Gehalt. Grundlage für Lohnsteuer und Sozialabgaben. Steht im Arbeitsvertrag und in Stellenanzeigen. Enthält neben dem Grundgehalt auch Zuschläge, Boni und geldwerte Vorteile.

Netto
nach Abzügen

Der Auszahlungsbetrag, der tatsächlich überwiesen wird. Brutto minus Steuern minus Sozialabgaben. Das „echte" verfügbare Einkommen — die Zahl, die für deine Haushaltsplanung zählt.

Was liegt zwischen Brutto und Netto?

Zwischen beiden Beträgen stehen zwei Arten von Abgaben. Beide führt dein Arbeitgeber direkt ab, du bekommst nur das Netto:

  • Steuern: Lohnsteuer (nach Höhe des Einkommens und Steuerklasse), Solidaritätszuschlag (nur bei höheren Einkommen) und ggf. Kirchensteuer. Mehr dazu im Ratgeber Lohnsteuer einfach erklärt.
  • Sozialabgaben: dein Arbeitnehmeranteil zur Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung — zusammen rund 20 % des Bruttos. Aufgeschlüsselt im Ratgeber Sozialabgaben erklärt.

Rechenbeispiel: 3.500 € brutto

Eine ledige Person ohne Kinder in Nordrhein-Westfalen, Steuerklasse I, nicht kirchensteuerpflichtig (KV-Zusatzbeitrag 2,9 %). So schrumpft das Brutto zum Netto:

Bruttogehalt3.500,00 €
− Lohnsteuer405,50 €
− Solidaritätszuschlag0,00 €
− Krankenversicherung (8,75 %)306,25 €
− Pflegeversicherung (2,40 %)84,00 €
− Rentenversicherung (9,30 %)325,50 €
− Arbeitslosenversicherung (1,30 %)45,50 €
= Nettogehalt2.333,25 €

Aus 3.500 € brutto werden rund 2.333 € netto — etwa 66,6 %. Den exakten Wert für dein Gehalt, deine Steuerklasse und dein Bundesland liefert der Brutto-Netto-Rechner.

Wie viel Netto bleibt vom Brutto?

Als grobe Orientierung bleiben je nach Steuerklasse, Bundesland und Einkommen etwa 55 bis 65 % des Bruttos als Netto übrig. Der Anteil sinkt mit steigendem Einkommen, weil der Steuersatz progressiv steigt — die ersten Euro werden niedrig, die letzten hoch besteuert. Eine ausführliche Einordnung mit Tabellen findest du unter Wie viel bleibt vom Brutto?.

Brutto und Netto gibt es nicht nur beim Gehalt

Auch bei Preisen trennt man beides: Der Nettopreis plus Umsatzsteuer ergibt den Bruttopreis. Und bei der Rente ist die Brutto-Rente der Zahlbetrag vor Kranken- und Pflegeversicherung, die Netto-Rente das, was ankommt. Das Grundprinzip „brutto = vorher, netto = nachher" gilt überall.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Brutto und Netto?
Brutto ist das Gehalt vor Abzügen, Netto das Gehalt nach Abzug von Steuern (Lohnsteuer, Soli, ggf. Kirchensteuer) und den Sozialversicherungsbeiträgen. Der Arbeitgeber führt die Differenz direkt ab; ausgezahlt wird das Netto.
Wie viel Netto bleiben von 3.500 € brutto?
Bei Steuerklasse I, ohne Kinder, in Nordrhein-Westfalen und ohne Kirchensteuer bleiben aus 3.500 € brutto rund 2.333 € netto — etwa 66,6 %. Steuerklasse, Bundesland, Kinder und Kirchensteuer verändern den Wert.
Warum ist mein Netto so viel niedriger als das Brutto?
Weil zwei große Blöcke abgehen: Steuern (Lohnsteuer plus ggf. Soli und Kirchensteuer) und Sozialabgaben (rund 20 % des Bruttos für Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung). Zusammen machen sie bei mittleren Einkommen ungefähr ein Drittel des Bruttos aus.
Wird im Arbeitsvertrag das Brutto oder das Netto vereinbart?
In aller Regel das Brutto. Auch Stellenanzeigen und Gehaltsverhandlungen beziehen sich fast immer auf das Bruttogehalt. Das Netto hängt von persönlichen Merkmalen wie Steuerklasse und Bundesland ab und kann daher gar nicht allgemein im Vertrag stehen.
Quellen & Stand

Beispielrechnung nach BMF-Programmablaufplan 2026 (Stand 12.11.2025), Sozialversicherungsbeitragssätze 2026. Allgemeine Information, keine Steuerberatung.

Stand: Januar 2026 Redaktion Rechify
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